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"Heilt" eine Operation den Klumpfuß?
Eine Operation kann den Klumpfuß nicht heilen. Sie verbessert das Aussehen des Fußes, vermindert aber die Kraft der Muskeln des Fußes und des Beins, verursacht eine Steifheit des Fußes in der zweiten und dritten Lebensdekade, wenn nicht früher, schränkt die Beweglichkeit der Fußgelenke ein, und verursacht oft Schmerzen im Fuß zur Lebensmitte hin. Auch das Wiederauftreten der Deformität kann in einigen Fällen nicht durch eine Operation verhindert werden. Meines Wissens wurden bisher keine Langzeitstudien von operierten Patienten die über 16 Jahre alt sind veröffentlicht. Daher sind Chirurgen über die Ergebnisse ihrer Operationen nicht informiert.
Fußchirurgen die erwachsene Patienten behandeln haben jedoch festgestellt, dass die Patienten die als Säugling wegen eines Klumpfußes operativ behandelt wurden schwache, schlecht bewegliche und oft schmerzhafte Füße haben.
Seit wann werden Klumpfüße auf diese Art behandelt?
Klumpfüsse werden seit Jahrhunderten mit manuellem Einrichten, Bandagen, Schienen und Gipsverbänden behandelt. Die Technik der Achillessehnen Verlängerung wurde Mitte des 19. Jhdt. begonnen; extensive Band- und Release- Operationen wurden in den letzten 50 Jahren Mode.
Wann sollte bei einem Baby mit Klumpfüßen die Ponseti Methode begonnen werden?
Wenn ein Baby mit Klumpfüßen geboren wird, sollte ein Orthopäde mit Erfahrung in der Behandlung mit der Methode wie sie von Dr. Ponseti in den späten 40er Jahren entwickelt wurde, aufgesucht werden, um mit der Korrektur bald nach der Geburt zu beginnen (in den ersten 7-10 Lebenstagen).
Wie oft müssen die manuellen Einrichtungen durchgeführt werden, um den angeborenen Klumpfuß bei ansonsten gesunden Kindern zu korrigieren?
Die meisten Klumpfüße bei ansonsten gesunden Kindern können durch wöchentliches manuelles Einrichten gefolgt vom Anbringen eines Gipsverbandes korrigiert werden. Falls die Deformität nicht innerhalb von 5 - 7 Gipswechsel korrigiert ist, wird höchst wahrscheinlich die Behandlung falsch durchgeführt.
Was ist ein Metatarsus varus oder Metatarsus adduktus?
Die Fußfehlstellungen die als Metatarsus varus oder Metatarsus adduktus bezeichnet werden, werden manchmal mit dem Klumpfuß verwechselt. Der Metatarsus adduktus ist eine leichte Einwärtsdrehung des Fußes, die sich oft von selbst korrigiert. Die Ferse ist dabei nie in Spitzfußstellung (der Fuß zeigt nach unten und kann nicht gehoben werden). In schwereren Fallen kann die Fehlstellung leicht durch zwei oder drei Gipsverbände korrigiert werden. Einige Ärzte glauben einen Klumpfuß korrigiert zu haben wenn sie in Wirklichkeit einen Metatarsus adduktus korrigiert haben.
Worauf basiert die Behandlung des Klumpfußes durch konservatives manuelles Einrichten?
Die manuelle einrichtende Behandlung des Klumpfußes basiert auf den spezifischen Eigenschaften des Bindegewebes, der Knorpel und der Knochen, die alle auf den entsprechenden mechanischen Stimulus reagieren, der durch die graduelle Reduktion der Deformität ausgeübt wird. Die Bänder, Gelenkskapseln und Sehnen dehnen sich durch sanftes Einrichten. Ein Gipsverband wird nach jeder wöchentlichen manuellen Behandlung angelegt, um das Ausmaß der erreichten Korrektur zu erhalten und um die Bänder weiter zu dehnen. Die verschobenen Knochen werden auf diese Weise schrittweise in die korrekte Ausrichtung gebracht, während deren Gelenksflächen sich zunehmend remodellieren. Nach zwei Monaten Manipulation und Gipsredredression erscheint der Fuß leicht überkorrigiert. Nach ein paar Wochen in den Schienen sieht der Fuß jedoch normal aus.
Das richtige manuelle Einrichten erfordert ein tiefes Wissen um die Anatomie und die Kinematik des gesunden Fußes und um die Veränderungen der Fußwurzelknochen beim Klumpfuß. Eine schlecht durchgeführte manuelle Behandlung macht die Klumpfußdeformität noch komplizierter. Die nicht-operative Behandlung zeigt bessere Ergebnisse wenn sie kurz nach der Geburt begonnen wird und wenn der Orthopäde die Natur der Deformität versteht und Erfahrung in der manuellen Behandlung und im Anbringung der Gipsverbände besitzt.
Wie sieht der Fuß bei einem Erwachsenem aus der mit einem einseitigen Klumpfuß geboren und mit der Ponseti Methode behandelt wurde?
Bei allen Patienten die mit einem einseitigen Klumpfuß geboren wurden war der normale Fuß etwas (durchschnittlich 1,3 cm) länger, und breiter (durchschnittlich 0,4 cm) als der ursprüngliche Klumpfuß. Die Beinlänge war bei allen Patienten mit einem einseitigen Klumpfuß gleich, wobei der Umfang des gesunden Beins größer (durchschnittlich 2,3 cm) war.
Wo finde ich weitere Informationen über die Ponseti Methode?
Die Ponseti Methode, die von immer mehr Ärzten übernommen wird, ist in dem Buch "Congenital clubfoot. Fundamentals of Treatment" (Oxford University Press), 1996 detailliert beschrieben.
Wie ist die Häufigkeit des Klumpfußes bei Kindern bei denen ein Elternteil oder beide Eltern ebenfalls betroffen sind?
Wenn ein Elternteil betroffen ist besteht eine Wahrscheinlichkeit von drei bis vier Prozent, dass der Nachwuchs ebenfalls betroffen ist. Wenn beide Eltern betroffen sind, so liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nachkomme einen Klumpfuß entwickelt bei 15 Prozent.
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